Donnerstag, 8. Juli 2010

Der Tag (nach) der Niederlage

Die Koreaner sind die Iren Asiens! (W.Ott, Seoul, 2010)
Gestern Abend feierten wir die groß angekündigte "Buddynight" in einem Pub unweit der Uni und wurden das erste Mal mit der koreanischen Feierkultur konfrontiert. Es stellte sich heraus, dass Asiaten nicht nur im Speeddating, sondern auch im Speedpartying ganz weit vorne sind. Nachdem bereits gegen 19:45Uhr (Einlass: 19:00 Uhr) die ersten stark alkoholisiert zu sein schienen und bereits begannen lasziv auf dem Tanzflur zu kokettieren, waren gegen 21:45 nur noch die Europäer (mit Masse Deutsche) und eine handvoll Asiaten da.

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Wir (insgesamt 20 Leute aus vier Nationen, davon 12 Deutsche) machten uns an das andere Ende Seouls zur Platoon Bar auf, da sich dort die Deutschen zu den Spielen der Nationalmannschaft treffen. Dort angekommen kauften wir zunächst Dosenbier und belagerten bis ca. 2:30 Uhr einen nahegelegenen Park.

Day-06-Half-finale-b

In der Platoon Bar waren die Deutschen bei weitem in der Überzahl und man hätte fast meinen können, in der Heimat zu sein. Eine sehr interessante und trotz der bitteren Niederlage sehr schöne Erfahrung, in einer deutschen Bar in Seoul mit anderen Deutschen die Nationalhymne zu singen.

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Einen besonderen Dank ist indes an die Koreaner zu richten, die uns unermüdlich helfend zur Seite standen, uns die Nacht über begleiteten und für uns den eigenen Suff billigend in Kauf nehmen. Daumen hoch- Ernsthaft!

Dienstag, 6. Juli 2010

Offizieller "Tag 01" des Sommer Programms

„Der Endzweck des Taekwondo richtet sich darauf, den Kampf auszurotten. Taekwondo ist eine Kunst, die auf eine bestimmte Denkweise und einen bestimmten Lebensstil hinausläuft, und die insbesondere darauf abzielt, ein Moralgefühl zu vermitteln und den Boden für Gerechtigkeit zu bereiten.(Großmeister Choi Hong-Hi)
Meine Bude (Zum Glück kommt mein Mitbewohner erst am 11.Juli)

Heute starteten die Vorlesungen des Summer Programs. Nach meiner ersten und einzigen Vorlesung an diesem Tag, stand für mich bereits der Kurswechsel fest. Zwar sind Gruppe und Prof. des Kurses "UN an Global Governance" sehr nett, jedoch irritierten mich bestimmte historische Ausführungen von letzterem und das Zeigen einer Hitlerkarikatur im Simpsonszeichenstil (Kein Scherz!). So habe Deutschland die alleinige Schuld am 1. WK, der Konferenz von Versailles, Wilsons 14 Punkte wurden mal eben in den JUNI 1918 verlegt und Deutschland war bereits Anfang der 30ger wieder eine militärtische Großmacht, die schwächere Staaten angriff- Naja...

Arbeitsbereich

Dafür startete heuer der Kyung Hee Taekwondokurs... Hier traten vor allem die Asiaten und einige Deutsche zum Kampfe an. Das wir in einem Monat nicht zwingend einen schwarzen Gurt erreichen werden, ist wohl leider Fakt, dennoch ist der Sport in einem klimatisierten Raum eine sehr erfreuliche Abwechslung. Daher habe ich mir auch gleich eine Taekwondo-Uniform bestellt, die wir für ca. 20€ bekommen werden.

Konfuzianisch spartanisch: Das "Duschbecken"
(Bild: Das konfuzianisch spartanische Duschbecken)

Alles in allem pendelt sich hier alles mehr und mehr ein. Die Beschnupperungsphase ist in vollem Gange, es werden daher mehr Gespräche mit den ausländischen Studierenden geführt und man plant bereits gemeinsame Aktionen. Insofern erfüllt das Programm seinen Zweck: Global Collaboration.

Montag, 5. Juli 2010

Am Kanale Grande

Das Unmögliche möglich zu machen wird ein Ding der Unmöglichkeit!(Andreas Brehme über das Mögliche)
Heute morgen ging es pünktlich zur Eröffnungszeremonie des "Global Governance and East Asian Civilization Summer Program 2010". Deutschhaft waren wir die pünktlich an der Konzerthalle und empfingen als erste unsere ID's und Shirts.

Opening-Ceremony-05-07-a

Es stellte sich heraus, dass mit Masse US-Amerikaner mit koreanischen Wurzeln an dem Programm teilnehmen (Insgesamt 450 Teilnehmer aus 35 Ländern) und -neben mir- auch sehr viele mit "Hauttyp 0" (der Nordische). Die Zeremonie bestand aus ein paar Liveacts und mehreren koreanischen Tänzen (siehe Bild)

Opening-Ceremony-05-07-b

Apropos Amerikaner: Ich wurde heuer von einem solchen für einen Yankee gehalten! Wie es meiner teutonisch getränkten Seele dabei geht, bedarf keiner weiteren Ausführung. Seis drum.

Nach dieser für mich seelisch fatalen Verwechslung ging es dann zum Cheong Gye Cheon, welcher als "grüner Streifen" durch die Straßenschluchten von Seoul verläuft (Siehe Bild).

Cheong-Gye-Cheon-05-07-a

Auch heute waren wir wieder den ganzen Tag auf den Beinen, was durch die enorme Hitze zu enormen schweißwasserverlusten führte. Dabei gewöhnt man sich von Tag zu Tag mehr an die klimatischen Bedingungen - Es wird!

Sonntag, 4. Juli 2010

Der Tag danach in Seoul

Lieber 'nen Bauch vom Saufen, als ein Buckel vom Arbeiten (Florida Rolf, Unterm' Tresen, 2006)
Nach einem ruhmreichen Sieg gegen Argentinien, den ich mit ein paar Deutschen in einer Kneipe bei Bier und Soju genoss, landeten wir mit nicht unwesentlichem Blutalkoholgehalt in einer Karaokebar und verbrachten in ebendieser die Nacht.

Han-River-02-07

Am Mittag danach machten wir uns auf den Weg zu den Stadtparks am Han River, welcher majästetisch durch den Großstadtmolloch meandert. Interessanterweise ziehen es die Soulaner vor, in ihrer Freizeit unter Brücken zu kampieren, anstatt die saftigen Wiesen des Parks zu bevölkern.

Deutsche sind überall und unsere Panzer waren es zumindest einmal. Das mir jedoch ein ferngesteuerter Leopard II (am rechten Bildrand nicht zu sehen) und ein weiteres Qualitätsprodukt deutscher Waffenschmiedekunst (siehe Bild) am Han River begegnen würden, stellte eine neutrale Überraschung dar.

Han-River-04-07-b

Auch bzgl. Esskultur konnte heuer gepunktet werden. So stolperten wir in ein "Hintergassen-Restaurant", bestellten mit Händen und Füßen und bekamen widererwartend ein Kaviar-Reis-Seetang-Mischung für ca. 2,5€ kredenzt. Dazu die koreanische Version von Rührei und etwas Reis (Siehe Bild).

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Alles in allem ist Seoul eine Metropolis, die bei aller Moderne viel kulturelles und historisches bietet. DIe historischen Gebäude, Tempel und Festungen stehen zum Teil zwischen modernen Wolkenkratzern. Insofern ist Seoul auch eine Stadt der Kontraste. Auf der einen Straßenseite der hochmoderne Applestore im 50 stöckigen Gebäude und auf der Anderen der kleine Krämerladen.

Samstag, 3. Juli 2010

Jonmyo Schrein und Changdeokgung Palace

Kommt man in ein fremdes Land, fragt man nach seinen Sitten (chinesisches Sprichwort)
Nachdem ein Großteil von uns gestern in den jeweils falschen Straßen abgesetzt worden ist und wir uns mit Händen und Füßen den Weg zu unseren Wohnheimen erarbeitet hatten, gingen wir gestern Abend zünftig essen, um das WM-Spiel zu schauen (der koranische Kommentator hörte sich an wie Waldi Hartmann ohne drei Weizen intus).

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Heute ging es dann bei 95% Luftfeuchtigkeit (2min Mund auf und der Durst ist gestillt) auf Tour durch Seoul.

Dabei besuchten wir den Jonmyo Schrein und den Changdeokgung Palace (Bild oben). Für jeden, der damit nichts anfangen kann: Vom kulturellen Stellenwert vergleichbar mit salzuflens Bädermuseum und dem schötmarschen Schloss.

Changdeokgung-Palace-02-07-b

Die Koreaner selbst sind zwar hilfsbereit, wirken -so paradox es klingen mag- aber eher abweisend. Einfacher: Einem wird immer geholfen, jedoch scheint Hilfsbereitschaft eine Art "emotionsloses Muss" zu sein.

Donnerstag, 1. Juli 2010

Zwischenstopp in Doha

سُتْرَةٌ رِيَاضِيَّةٌ (arabisches Sprichwort, Verfasser unbekannt

Gerade in Doha gelandet und von indisch aussehenden Gastarbeiterindern ("Doppelinder") abgefertigt worden. Nach 32° in Deutschland und 18° im Flugzeug herrschen in Doha gegen Mitternacht geschmeidige 40°und gleich geht es bei 18° im Flieger für weitere 10h ins 28° schwül-warme Seoul weiter.

Doha-01-07-b

Dann erstmal einen neuen Rucksack kaufen, da eine arabische Schneiderin Deutschland 2x bei der Reißverschlussreaparatur meines Rucksacks scheiterte (Dafür würde ihr in Doha die Hand mit einem stumpfen Löffel abgetrennt!).

Montag, 28. Juni 2010

Countdown läuft...

„Es gibt nur einen Weg; er ist wie ein grosser Fluss: seine Quellen sind an jeder Türschwelle, und jeder Pfad ist sein Nebenfluss. Es ist eine gefährliche Sache, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen."
(Bilbo Beutlin, Hobbingen, am Ende des 3. Zeitalters)


Kyung-Hee-front


In drei Tagen gehts zu den japetenartigen Koreanern in den Schmelztiegel der Internationalität an der Kyung Hee University in Seoul.

Anbei eine kleine Übersicht zum islamisch geprägten "Vielvölker-Sommerprogramm"

Teilnehmerliste (xls, 44 KB)

Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel. (Konfuzius, vor na' ganzen Weile)

Freitag, 25. Juni 2010

Für die Einsicht neuer/aller Beiträge auf "Ein bisschen woanders..." (links) klicken! VORWORT

Ich möchte mit diesem Blog keinerlei Selbstdarstellung betreiben -wobei es sich wohl nicht in Gänze verhindern lassen dürfte-, sondern interessierten Freunden, meiner Familie und Bekannten meinen Alltag in der Ferne etwas näher bringen.

Und falls dieser Blog niemanden interessiert, habe ich durch dessen Pflege wenigstens etwas zu tun!

Wer etwas mitgebracht oder zugeschickt haben möchte, sei es auch nur eine Postkarte -ich erdreiste mich schließlich auch immer Postkartern einzufordern-, der möge eine entsprechende Anfrage hier stellen. Außerdem werde ich mich sicher über jeden Kommentar und über jede Mail aus der Heimat freuen.

Es sei vorab erwähnt, dass euphorische Freude bzgl. meiner bloßen Existenz durchaus zu politischen Unkorrektheiten beim Formulieren meiner Texte führen kann, die aber nicht zwingend meine tatsächliche Meinung wiederspiegeln müssen.
Getreu dem Motto: Wenn mich Verfassungsschutz oder Mossad bis jetzt nicht "auf dem Kieker" haben, wird denen dieser Blog auch egal sein! :-)

In diesem Sinne,
Euer Hoschi

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Zuletzt aktualisiert: 26. Jul, 12:51

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